Der Sandmann

Durch meine Vorbereitungen für meine Deutsch-Prüfung am Mittwoch, habe ich mich natürlich auch wieder mit “Der Sandmann” von E.T.A. Hoffmann beschäftigt. Als ich dann die Wahnsinnsschübe Nathanaels durchgearbeitet habe, in denen er “Holzpüppchen, dreh dich!”-schreiend durch die Luft springt und Clara umbringen will, habe ich mich an eines meiner eigenen Werke erinnert, dass auch an den Sandmann angelehnt ist. Hier also mein Werk, das ich vor Ewigkeiten schon einmal gepostet hatte:

Der Sandmann

Leise tropft der Regen von den Bäumen, dämpft die flüsternden Stimmen.
Sie stehen gedrängt, sind misstrauisch.
Wollen sie sich trösten, Halt geben?
Denken sie wirklich, dass ihre Heuchelei unentdeckt geblieben ist?
Denken sie noch immer, dass ich sie brauche?
Ich spüre ihre Naivität, ihre Ignoranz, ihren Hass.
Meinen Zorn.
Mein Körper bebt, die Fäuste sind geballt.
Die Tränen auf meinem Gesicht vermischen sich mit dem fallendem Regen.

‘Schreie, tanze, tobe – dreh’ dich! mein Mädchen!’,
höre ich die Stimme in meinem Kopf.
Mein Herz klopft, ich grinse.
‘Los, mein Mädchen!
Dreh’ dich!’
Langsam beginne ich mich zu drehen, ignoriere ihre erzürnten Gesten.
Ich drehe mich, schneller und schneller;
ein Lachen entrinnt meiner Kehle.
‘Schreie, Mädchen, schreie!’
Und ich schreie.
Schreie meine Wut, meinen Schmerz, ihren Hass in ihre verstörten Gesichter.
Er ergreift meine Hand, hält sie tröstend.
Geht.
Geht mit mir den Weg zu einem besseren Leben.
Wir gehen.
Und lassen die Kreuze hinter uns zurück.

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